Verloren im Genrewald (Teil 3) – Genrekonventionen: literarisches Schubladendenken || Krimi & Thriller

verloren im genrewaldEs ist soweit! Endlich erscheint hiermit der dritten Teil der Verloren im Genrewald-Reihe. Wobei: Eigentlich ist es ja der zweite Part des zweiten Teiles, denn es geht wieder um Genrekonventionen, dieses mal – weil einige von euch es sich gewünscht hatten – um die Konventionen innerhalb der Genres Krimi und Thriller.

Was waren nochmal Genrekonventionen…?

Bevor wir aber wieder richtig tief in die Materie eintauchen, klären wir noch einmal in aller Kürze, was überhaupt „Genrekonventionen“ sind: Unter Genrekonventionen versteht man die Richtlininen nach denen ein Roman einem entsprechenden Genre zuzuordnen ist. Sie sind von bestimmten Attributen wie dem Hauptplot, den Hauptcharakteren und/ oder den Rahmenbedingungen der Geschichte abhängig. Genrekonventionen sind letztendlich Klischees, die einem speziellen Genre zuzuordnen sind. Der Hauptplot, die Hauptfigur/en und die Rahmenbedingungen erfüllen also zumeist mehrere Grundsätze, die sich einem bestimmten Genre zuordnen lassen.
Hier ist -ausnahmsweise – Schubladendenken angesagt, denn durch das Definieren der Grundsituation und -Stimmung im Buch werden potenzielle Leser gelockt.

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Verloren im Genrewald (Teil 2) – Genrekonventionen: literarisches Schubladendenken || Fantasy & Science Fiction

verloren im genrewaldEs ist endlich so weit! Heute präsentiere ich euch den zweiten Teil der buchaffinen Inforeihe „Verloren im Genrewald“, bei der ich euch erkläre, woran man ein Fantasybuch erkennt, worin der Unterschied zwischen Young Adult und New Adult liegt und vieles mehr!
Beim letzten Mal sprachen wir in „Verloren in Genrewald“ über die Definition von Genre, Subgenre und Kategorien, sowie die grundsätzliche Unterscheidung und Einteilung. Nachdem wir jetzt also wissen, was ein Genre, ein Subgenre und eine Kategorie ist, können wir jetzt tiefer in die Materie eintauchen und herausfinden, was ein Genre und seine Subgenres ausmacht, was Genrekonventionen sind und wie man ein Subgenre definiert.

Da die Auflistung der Genres und ihren Subgenres inklusive der einzelnen Konventionen ziemlich viel ist, habe ich beschlossen, dass es sinnvoller ist, den Beitrag „Genrekonventionen: literarisches Schubladendenken“ in kleinere Teile aufzusplitten. Beim nächsten Mal stelle ich euch dann zwei weitere Genres mit ihren Subgenres und den dazugehörigen Genrekonventionen vor. Und ihr dürft entscheiden, welche Genres das sein werden: Schreibt mir einfach einen Kommentar, in dem ihr mit mitteilt, welches Genre ich als nächstes vorstellen soll.

Falls ihr den ersten Teil von „Verloren im Genrewald“ noch nicht gelesen habt oder ihr eurer Erinnerung einfach nochmals auf die Sprünge helfen wollt, schaut hier rein und lasst euch in die Basics des Genrewaldes einführen: Verloren im Genrewald – Genre, Subgenre & Kategorie.

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Genrekonventionen – Schubladendenken für Anfänger

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Verloren im Genrewald (Teil 1) – Genre, Subgrenre und Kategorie

verloren im genrewald

Wann ist ein Buch für Kinder, wann für Erwachsene und wann ist ein Jugendbuch ein Jugendbuch? Woran erkenne ich ein Fantasybuch, ein Science Fiction Buch oder eine Dystonie? Wann ist ein Buch ein Krimi, wann ein Thriller? Und wo liegt der Unterschied zwischen Young Adult und New Adult – und sind das überhaupt Genres? Beschäftigt man sich mit Büchern stößt man spätestens im Kontakt mit anderen Büchernarren auf den Begriff  Genre. Manchmal ist es gar nicht so leicht, da noch durchzublicken und ehe man sich versieht, befindet man sich in einer hitzigen Diskussion. Damit ihr zukünftig genau Bescheid wisst, habe ich mich mal in die Tiefen des Genrewaldes gewagt und für euch herausgefunden, wie genau die Sache mit den Genres, den Subgenres und den Kategorien funktioniert, wofür das ganze gut ist und was man alles wissen sollte. Dieser Artikel ist der erste aus einer Reihe, die den wundervollen Titel „Verloren im Genrewald“ trägt.

Genre. Was ist das?

Mancher nennt es „Schoore“, andere sprechen es genau so aus, wie man es schreibt und brechen sich dabei fast die Zunge. Genre kommt aus dem französischen und bedeutet so viel wie Gattung. Mittels verschiedenen Genres unterteilt bzw. sortiert man Kunst in unterschiedliche Spaten oder Themen, zB. unterscheidet man verschiedene Genres in der Bildenden Kunst (z.B. in der Malerei und in der Fotografie), in der Musik, in der Darstellenden Kunst (Z.B. im Theater, im Film) und natürlich auch in der Literatur. Allerdings wird der Begriff „Genre“ in der klassischen Literaturwissenschaft nicht verwendet – man spricht stattdessen von verschiedenen Literaturgattungen. Grundsätzlich unterscheidet man dort drei Hauptgattungen: Epik, Dramatik und Lyrik.
Epik umfasst erzählende Literatur in Vers- oder Prosaform (D.h. es reimt sich oder es reimt sich eben nicht), Dramatik lebt vor allem von der Darstellung der Handlung durch Dialoge (das bedeutet: Dramatik ist Theater auf Textgrundlage) und Lyrik beinhaltet die Dichtung in Versform, zum Beispiel Gedichte.

In den Medienwissenschaften, im Verlagswesen und in Buchhandlungen hingegen werden Texte sehr wohl mittel verschiedener Genres klassifiziert. Auch hier gibt es drei Hauptgattungen: Belletristik, Sachliteratur und Fachliteratur.
Die Belletristik beschäftig sich mit der Unterhaltungsliteratur (z.B. Krimis, Thriller, Fantasy, Historische Romane, …), der Schwerpunkt der Sachliteratur liegt auf populärwissenschaftlich aufgearbeiteten und von Fachjargon befreiten Inhalten, während die Fachliteratur sich bewusst der Fachsprache bedient, eine gewisse Menge an bereits vorhandenem Wissen voraussetzt und professionelle Anwendung oder neue wissenschaftliche Erkenntnisse vermittelt. Euer Biologiebuch aus der Schule zu Beispiel ist ein Sachbuch und studiert ihr Medizin beschäftigt ihr euch mit Fachliteratur.

Wir beschäftigen uns hier mit den verschiedenen Genres der Belletristik. Da gibt es sehr viele, die bekanntesten sind: Krimis, Thriller, Horror, Historische Romane, Familienromane, Liebesgeschichten, Fantasy, Science Fiction, Reise- und Entwicklungsromane. Nicht immer sind die Grenzen zwischen den Genres klar, häufig gibt es Vermischungen (es gibt z.B. Fantasybücher mit Liebesgeschichten oder Thriller mit historischen Inhalten), grundsätzlich orientiert sich die Einteilung aber am Hauptplot des Buches.

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Wozu sind Genres eigentlich gut?

Einfach gesagt sind Genres nichts anderes als eine Orientierungshilfe und ein System in der unendlich großen Bücherwelt. Während das berühmte Schubladendenken eigentlich nicht so gut ist, ist es gerade hier eine feine Sache. Genres helfen dir herauszufinden, welche Bücher du gerne liest, denn an bestimmte Genres sind auch bestimmte Erwartungen geknüpft. Deine Buchhändler sortieren ihre Bücherregale nach Genres und richten ihre Beratung nach deinem Geschmack und die Verlage wählen potenziell neue Bücher nach dem Genre und der damit verbundenen Zielgruppe und deren Erwartung aus. (Wobei die „Zielgruppe“ so eine Sache ist, aber später mehr davon …)

Genres sind an bestimmte Erwartungen des Publikums geknüpft. Das sind die sogenannten Genre-Konventionen. Diese müssen erfüllt werden, um zu verhindern, dass die Leser enttäuscht werden – gleichzeitig muss eine Geschichte seine Leser aber auch überraschen, denn sonst langweilt die Geschichte ihre Leserschaft. Für die Autoren ist das also ein echter Drahtseilakt, denn er muss sich an diese Konventionen halten und gleichzeitig mit ihnen brechen. Aber Genres haben auch für Schreiberlinge ihre Vorteile: Sie geben ihrer Kreativität eine Richtung und weisen der Geschichte so ihren Weg.

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Genre und Subgenres

Jetzt wissen wir also was ein Genre ist. Aber was ist ein Subgenre? Der Lateiner unter euch wird es ahnen: Sub bedeutet nämlich soviel wie „unter“ und Subgenres sind demnach? Genau, Untergruppen innerhalb eines Genres. Mittels diesen Untergruppen wird die Suche nach dem richtigen Buch spezifiziert. Du willst also Fantasy lesen? Fein. Welche Art von Fantasy? High oder Low Fantasy, Urban Fantasy oder Paranormal Romance, darf´s vielleicht doch lieber ein Zeitreiseroman oder eine Märchenadaption sein?

Subgenres sind also die Definition des Genres und bieten damit einen tieferen Einblick in die Handlung des Buches. Sie helfen den Lesern, den Buchhändlern und den Verlagen zu verdeutlichen, was sie suchen.

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Und was ist eine Kategorie?!

Wenn es um das Einteilen von Büchern geht, spricht man von einer Kategorie, So kann man die Geschichten den Zielgruppen entsprechend ihres Alters zuordnen. Hierbei ist zu beachten, dass üblicherweise die Figuren einige Jahre älter als die angepeilten Leser sind. So können die Lesenden ihre literarischen Helden als Vorbilder wahrnehmen. Die drei bekannten Einteilungen sind hier: Kinderbücher, Jugendbücher und Erwachsenenliteratur (für Erwachsene eben). In den letzten Jahren erschienen verstärkt Bücher für junge Erwachsene auf, diese gehören zur Kategorie Young Adult/ YA (=“junger Erwachsener“) und New Adult/ NA (= „neuer Erwachsener“). Während im englischsprachigen Raum dieses Genre sehr große Bekanntheit, vor allem innerhalb der Bloggersphären, geniest, sind Young Adult und New Adult in Deutschland noch nicht so richtig angekommen.

Die Einteilung in eine Kategorie orientiert sich unter anderem an folgenden Aspekten:

  • Thema
    • Womit beschäftigt sich die gewünschte Zielgruppe, was spielt in ihrem Leben eine wichtige Rolle und womit müssen sie sich in ihrem Alter auseinander setzten?
  • Komplexität des Inhalts
    • Hier spielt der Entwicklungsstand des Lesenden eine große Rolle und eine Fähigkeit die Situationen in der Geschichte zu verstehen, weiter zu denken und zu interpretieren.
  • Sprachlicher Stil
    • Der Schreibstil passt sich dem Sprachstil der Leserschaft an, um ein gutes Verständnis zu ermöglichen und eine Verbindung zwischen der Welt in der Geschichte und der des Lesenden zu schaffen.
  • Alter der Hauptfiguren
    • Meist etwa entsprechend der Zielgruppe, damit sich der Leser mit der Figur identifizieren kann, in der Regel sind die Figuren ein paar wenige Jahre älter als das Durchschnittsalter der Zielgruppe.

Es gibt so ziemlich jede Kategorie innerhalb der verschiedenen Genres. Von Krimis für Kinder oder Thriller für Jugendliche bis hin zu Märchen für Erwachsene ist fast alles möglich. Die Grenzen zwischen Kinder-, Jugendbüchern, Young Adult und New Adult und der Erwachsenenliteratur ist nicht eindeutig. Die Grenzen sind fließend und die verschiedenen Kategorien gehen nahtlos ineinander über. Manchmal wächst eine Buchreihe auch mit ihren Lesern, wie zum Beispiel die Harr Potter Reihe von J- K- Rowling oder die Percy Jackson Bücher von Rick Riordan. Beide starten ehr als Kinderbücher und entwickeln sich im Laufe der Zeit (genau wie die Helden der Geschichte und die Leser) zu einem Jugendbuch.

Kinderbücher beschäftigen sich vor allem mit dem Verstehen der Umwelt und  Erlebnissen im Alltag, zum Beispiel einem Arztbesuch oder einem Tag im Kindergarten/ in der Schule oder auch das Erkunden der Umwelt. Auch erste sebstständige zwischenmenschliche Interaktionen (Freundschaft, Streit, … ) spielen eine wichtige Rolle. Das Alter dieser Zielgruppe beträgt etwa 4 – 10/12 Jahre, dementsprechend ist der Schreibstil klar und unkompliziert, der Inhalt ist deutlich strukturiert und leicht nachzuvollziehen. Zu Kinderbüchern zählen sämtliche Bilderbücher, „Conni“-Büchlein, „Die kleine Raupe Nimmerstatt“ von Eric Carle. „Die drei ???“ und so weiter.

Jugendromane sind, wie der Titel schon verrät, für Jugendliche im Alter zwischen 10 und 14 Jahren ausgelegt, dementsprechend sind auch die Protagonisten in etwa in diesem Alter. Sie beschäftigen sich hauptsächlich mit den klassischen Problemen eines Heranwachsenden, Selbstfindung und -Identifikation und erste romantische Annährungsversuche, zum Beispiel der erste Kuss. Sex ist ebenfalls  Thema, wird aber ehr „verpackt“ und indirekt angesprochen. Hier ist der Sprachstil noch sehr leicht verständlich, die Geschichte bietet dem Leser allerdings bereits Platz zur Interpretation und lädt zum Befassen mit einem Thema ein. Hierzu zählt „Harry Potter und der Stein der Weisen“ von J.K. Rowling, die „Freche Mädchen“ Reihe und ähnliches.

Die Helden aus Büchern der Kategorie Young Adult hingegen sind ungefähr zwischen 16 Jahren und 18 Jahren alt. In diesen Geschichten kann der Ton des Textes und der Inhalt schon etwas härter und düsterer sein, als im Jugendbuch. Der Leser kann mit einem kritischen und anpruchsvollen Thema konfrontiert werden z.B. mit Krieg, Krankheiten und Tod. Hier geht es nicht länger um den ersten Kuss, sondern auch der berühmte Erste Mal – Sexualität wird spezifischer thematisiert, auch wenn es immer noch etwas romantischer dargestellt wird, als in New-Adult-Romanen. Das Hauptthema von Young Adult ist das Finden der eigenen Position innerhalb der Welt und das Erwachsenwerden. Es geht um das Entdecken der eigenen Stärke und das selbstständige Lösen von Problemen. YA-Bücher sind klassischer Weise sogenannte Pageturner, sie lesen sich also sehr schnell von der Hand weg. Young Adult ist so ziemlich alles, was einen Hype auslöste und noch vieles mehr: „Die Chroniken der Unterwelt“ von Cassandra Clare, „Die Tribute von Panem“ von Susanne Collins und sämtliche Harry Potter Bücher ab Band 2 bzw. 3.

New Adult Romane zielen auf eine Leserschaft zwischen 18 und Mitte 20jähre an – also eigentlich Erwachsene. Aber aus eigener Erfahrung kann ich euch sagen: Mit Anfang 20 zum Beispiel fühlt man sich nicht unbedingt als „Erwachsener“. Und genau damit befassen sich die NA-Bücher. Es geht um den Übergang von Teenageralter ins endgültige Erwachsenen leben und das damit verbundene „Zwischen-den-Stühlen-sitzen“-Gefühl. Sexualität wird nicht mehr so geschönt und romantisiert, der Umgang mit diesem Thema wird deutlich offener. Die Sprache ist noch immer sehr klar, leicht zu lesen und verständlich, jedoch kann der Ton der Geschichte härter und offener sein, als in einer YA-Geschichte. Die meisten Romane aus der Kategorie New Adult sind Liebesromane – was, wie wir ja jetzt alle wissen ein Genre ist. Als Beispiel sind hier unter anderem “ Die Dreizehnte Fee“ von Julia Adrian oder so ziemlich alles von Nalini Singh zu nennen.

Um es abzukürzen: Erwachsenenliteratur ist alles, was für ein Publikum geschaffen ist, dass älter ist als die Zielgruppe der New Adult Romane. Hier ist die sprachliche „Qualität“ des Textes sehr unterschiedlich, in der Regel ist die Handlung aber komplex und durchaus anspruchsvoll. Autoren von Erwachsenenromanen sind zum Beispiel Dan Brown, Stephen King und so weiter.

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Ich hoffe, ihr seid jetzt nicht alle total verwirrt und falls ihr tatsächlich mitkamt, ziehe ich meinen Hut vor euch! Denn ich habe Ewigkeiten für diesen Artikel gebraucht, denn es ist (vor allem am Anfang) wirklich verwirrend! Aber sobald man durchgeblickt hat, macht alles einen Sinn! Ich hoffe sehr, dass ich euch etwas helfen konnte und ihr den Blogbeitrag spannend und lehrreich fandet.

Eine Zusammenfassung mit großen/ wichtigen Genres, ihren Subgenres und ihren Genrekonventionen gibt es das nächste Mal – schaut also unbedingt wieder vorbei. Wenn euch der Artikel gefallen hat oder ihr noch Fragen habt, würde ich mich über Kommentare freuen. Gerne könnt ihr den Artikel mit euren Freunden teilen.

Liebste Grüße aus dem Genrewald,Unb1enannt